Leer, 03. Januar 2015

FROHES NEUES JAHR

Wir wünschen Euch allen nur das Beste für 2016 - viel Gesundheit und Freude und selbstverständlich viele schöne Segeltage!

Die Jan Huygen hat in diesem Winter einen wunderschönen Liegeplatz im Museumshafen von Leer. Zur Zeit wohnen wir noch an Bord und arbeiten vor allem viel an unserem neuen Häuschen etwas außerhalb der Stadt. Aber keine Angst, die Jan Huygen wird deswegen natürlich nicht vergessen.

Ab nächste Woche starten wir wieder voll und ganz in die Winterarbeit. Mit Kind und Umbau im Haus ist das in diesem Jahr alles ein wenig viel und deswegen ist Verstärkung gefragt. Morgen kommt unsere Freundin und Steuermann (so heißt es nunmal) Laura für eine Woche und fängt an das Schiff von innen wieder hübsch zu machen. Also lackieren was das Zeug hält. Ab jetzt immer eine Woche im Monat. Voll super! Selbst haben wir bisher aber auch nicht still gesessen. Den Tagesraum zieren seit einiger Zeit wieder 3 nagelneue, glänzende Deckenlampen und gestern sind unsere neuen Sitzpolster gekommen. Die Schiffspolsterei Jaarsma & Silvius aus Sneek hat mal wieder ganze Arbeit geleistet. Es war rot und es ist wieder rot, aber dafür wieder schön und neu und es sitzt sich sooooo gut. Und so muss es sein, denn die neuen Gäste stehen schon wieder in den Startlöchern.

Ende des Monats starten wir nämlich mit etwas ganz Neuem. Die Jan Huygen wird in Zusammenarbeit mit Künstlerin Katja Zwezerijnen in ein Theaterrestaurant verwandelt. Katja hat das Ganze schon jahrelang im Restaurant De Twee Dames in Groningen gemacht. Es gibt ein leckeres 3-Gänge-Menu (natürlich von Chefkoch Herman) und dazu gibt es Theater, Musik, Humor - Cabaret halt, aber dann im kleinen Rahmen. Lust dabei zu sein? Oder hat jemand was zu feiern? Gutes Essen, Theater und übernachten an Bord der Jan Huygen in der wunderschönen Altstadt von Leer. Ist doch perfekt oder?

Also auf ins neue Jahr und kommt vor allem schön segeln und genießen! Schnell noch einen Törn buchen, z.B. für den Hafengeburtstag 2016 in Hamburg.

Viele Grüße,

Anna & Herman

Leer, 16. Mrz 2016

FRÜHLING = SAISONSTART

Die ersten Blümchen blühen, unser Haus ist so langsam bewohnbar, an der Jan Huygen wurde schon fleißig gearbeitet, Floortje ist 1 Jahr geworden (ohne Zähne!) und nu kanns auch langsam mal wieder los gehen. Geht es auch! Am Sonntag fahren wir auf die Werft nach Delfzijl und Ostermontag kommen dann die ersten Gäste in Harlingen an Bord. Endlich wieder Wind um die Ohren, Sonne auf der Nase und Trubel an Bord.

Mit unseren winterlichen Theaterplänen an Bord hat es am Ende leider doch nicht geklappt. Aber wer weiß, vielleicht greifen wir das nächsten Winter noch mal wieder auf. Dafür haben wir die Zeit genutzt und unser Interieur gepflegt und hier und da für etwas mehr Komfort gesorgt. Damit alle Nachwuchspiraten bei uns an Bord nachts nicht mehr aus den Betten purzeln können haben wir ein paar Sicherheitsplanken angeschafft. Kinder und Eltern können ab jetzt also noch ruhiger und unbesorgter schlafen. Einmal klick und fertig.

Das man an Bord seine eigene Energie aufladen kann, war schon bekannt. Das ist einfach! Abschalten und genießen. Der Rest geht von selbst. Beim Handy, der Camera, dem Laptop etc. wird es dann schon schwieriger und nur wenige scheinen im Urlaub noch ohne aus zu kommen. Deswegen haben wir in allen Kabinen nun eine Steckdose mehr. Aus 1 mach 2 – war eigentlich ganz leicht. Quasi 100% mehr Leistung. Wo findet man sowas noch?

Ansonsten haben wir, bzw. haben Laura und auch Rinny schon jede Menge Lack und Farbe verstrichen. Alles wieder frisch und glänzend. Im Vorratsraum haben wir unseren Gefrierschrank gegen ein neues Exemplar getauscht. Der scheint sogar etwas größer zu sein. Wir sind also wieder bestens auf die Saison vorbereitet.

Am Wochenende also ab nach Delfzijl, dann Harlingen, zurück nach Leer und Anfang Mai auf zum Hafengeburtstag nach Hamburg. Da haben wir in diesem Jahr auch immer noch Plätze frei. Zum Beispiel am Freitagabend oder zur Auslaufparade am Sonntag. Könnte man ja z.B. zum Muttertag verschenken. Am Samstag werden wir tagsüber nicht segeln, sondern zum Open Ship einladen. Besuch ist also willkommen! Der Liegeplatz wird Ende des Monats bekannt gegeben.

Wofür wollen wir noch Werbung machen? Für unseren Schnuppertörn im Mai ab Kiel, fürs Eltern-Kind-Wochenende im August und für das kleine, aber feine Fischerfest in Greifswald. Also, stöbern, buchen, freuen, wieder sehen!

Sonnige Grüße,

Anna & Herman

Leer, 21. April 2016

EINMAL HOLLAND HIN UND ZURÜCK BITTE!

Kurz zusammengefasst war das unser Monat : ) Ende März sind wir ja auf die Werft nach Delfzijl gefahren. Da wir jetzt im Winter immer in Leer liegen werden bietet sich der kurze Ausflug auf die andere Emsseite ja an. Die Jan Huygen wurde dort zum ersten Mal längsseits aus dem Wasser geholt. Das war für uns auch neu, aber auch ziemlich super. Denn dann liegt das Schiff auf dem Trockenen auch gerade und nicht wie auf anderen Werften mit dem Mors nach unten. Hat beim Duschen und Schlafen natürlich Vorteile. Ansonsten auf der Werft alles super, außer dass wird die langsamsten Maler der Welt bekommen haben. Einer pinselt, einer raucht und der dritte hält die Leiter fest… joa, so schafft man was. Reden wir nicht mehr drüber.

Zu Ostern ging es dann über die Nordsee und ab Lauwersoog über die friesischen Kannäle nach Harlingen. Floortje hat auf dieser Reise ihre ersten Erfahrungen mit dem Thema Seekrankheit gemacht und meine Klamotten leider auch. Augen zu und durch - sprich ab ins Bett. In Harlingen kam zum Saisonauftakt wie auch im letzten Jahr eine Gruppe Konfirmanden aus dem Saarland an Bord. Super liebe Truppe, etwas Sturm und danach strahlender Sonnenschein. Außerdem konnten wir mal wieder kurz Terschellinger Luft schnupper. Das tut gut!

Nach dem Törn sind wir noch eine Woche in Harlingen geblieben weil es für uns einfach praktischer ist alle weiteren TÜV Prüfungen etc. dort durch zu führen. Da gab es dann auch nochmal kräftig Sturm. So sehr sogar, dass wir im Zuiderhaven einen kompletten Holzpoller aus der Erde gerissen haben. Naja, wir hingen ja auch mit 3 Schiffen dran und das Ding war wohl schon alt. Zum Glück standen wir grad an Deck und konnten das komplette Chaos verhindern. Etwas Adrenalin, kein Schaden, alles prima!

Nachdem alle Rückfahrkarten gelöst waren ; ) ging es zu viert wieder zurück nach Leer. Diesmal kein Kanal-Schnick-Schnack sondern direkt raus auf die Nordsee. Von Harlingen bis zum sicheren Ankerplatz zwischen Ameland und Schiermonnikoog und am nächsten Tag weiter in die Ems nach Leer. Floortje, die in der Zwischenzeit mal schnell ihren ersten Zahn bekommen hat und jetzt auch laufen kann, fand den Törn zum Glück auch ganz prima. Erleichterung!

Nun liegen wir leer in Leer rum (ha ha) und sind bei sonnigem Wetter super fleißig. Herman und Rinny haben bei den Nachbarn ein großes Floß organisiert und jetzt werden die Pinsel geschwungen. Ist zwar schon hübsch, kann aber hübscher! In einer Woche kommen schließlich schon die nächsten Gäste und denn geht es auf große Fahrt nach Hamburg!

Für den HAFENGEBURTSTAG wollen wir darum nochmal die AUSLAUFPARADE am Sonntag den 8. Mai anpreisen! Es gibt noch freie Plätze liebe Leute!!! Die Jan Huygen findet Ihr zu den Törns und zum Open Ship am Samstag übrigens im City Sportboothafen.

Bis dahin, let the sun shine (dann schaffen wir noch was!),

Anna & Herman

Kiel, 01. Juni 2016

JA SIND WIR DENN BEI WÜNSCH DIR WAS?!!

Bei uns schon! Im letzten Monat war unser Segelprogramm tatsächlich so unglaublich divers dass wirklich für jeden etwas dabei war. Nu aber mal ein Highlight nach dem anderen…

Unsere traditionelle Seereise nach Hamburg ging dies Jahr das erste Mal in Leer los. Irgendwie schön aus unserem neuen Heimathafen zu starten und dort nochmal allen winken zu können. Allerdings gings früh morgens schon los und zu allem Überfluss blieben wir wegen zu stürmischem Wetter auch noch einen extra Tag auf Boooooorkum. Wat solls am nächsten Tag belohnten uns die Wettergötter und zum Sonnenuntergang konnten wir dann endlich mal wieder in Helgoland einlaufen. Deutschlands Fuselfelsen ist tatsächlich immer wieder eine Reise wert. Ab dann hieß es auch T-Shirt und kurze Hose raus und auf in ein super Himmelfahrtwochenende.

Himmelfahrt und Hafengeburtstag fielen diesmal auf ein Wochenende und das bedeutet für uns immer dass der Hafengeburtstag dann nicht 3 sondern 4 Tage dauert. Wir hatten gut zu tun wie immer und können uns gar nicht beklagen. Nette Gäste, die besten Servicemädels der Welt (man ward ihr fleißig!!!), Kaiserwetter und den bestmöglichsten Platz zur Auslaufparade - EVER! Na? Im Fernsehen entdeckt? Da unser Nachbarschiff nicht gebucht war und schon vorher nach Kiel abgehauen ist haben wir mit denen einfach die vorgesehenen Positionen getauscht. In Hamburg – Entschuldigung – in Deutschland ist ja schließlich immer alles geregelt. Die Hafenmeister fandens auch gut und so segelten wir direkt hinterm Führungsschiff, der Santa Maria Manuela aus Portugal an zweiter Stelle die Parade. Ein Träumchen und ein sehr schöner Abschluss.

Weiter gings in einem Rutsch durch den NOK. Ein Rutsch? Ach nee, eine kleine Eispause in Rendsburg mit Familie Hüls (Moin!) haben wir uns natürlich auch noch gegönnt. Kurz nach Mitternacht hieß es dann: Kiiiiiel wir sind wieder daha!

Zu Pfingsten kam wie jedes Jahr der liebe Daniel mit seiner Jugendgruppe um 4 Tage lang die dänische Südsee unsicher zu machen. In diesem Jahr war es aber leider eine sehr stürmische Südsee und arschkalt war es leider auch. Bei all dem haben unsere 13jährigen Gäste aber mit viel Tatendrang und guter Laune geglänzt. Respekt! Ja und wir, wir haben uns natürlich erstmal wieder mit dem vielen leckeren dänischen Zeug versorgt: Bacon-Burger, Eis, Lakritze, Hering, Plundergebäck… !

Am Wochenende darauf folgte ein Schnuppertörn den wir perfekter nicht machen konnten. Lies uns das Wetter am Anfang noch zweifeln wo die Reise nun hin sollte und war Fehmarn doch ein wirklich verlockendes Ziel… am Ende wurde es Eckernförde. Der Weg dorthin jedoch war bei unserer knappen Besetzung ein sportliches Highlight. Schönes Kreuzen bei 3-4 Windstärken und Sonnenschein gabs gratis dazu. Am Sonntag legte der Wind noch etwas zu und somit auch unsere Schräglage. Neben interessanten, tollen Gästen hatten wir auch zum ersten Mal den Jan mit im Gepäck. Jan möchte sehr gerne in naher Zukunft als Matrose bei uns anheuern und wird darum dieses Jahr öfter mal von der Partie sein um uns und das Schiff schon mal besser kennen zu lernen und um zu lernen, zu lernen und zu lernen! Außerdem macht der Jan ganz tolle Fotos von denen ihr auch einige in unserem Album 2016 wieder findet.

Krönender Abschluss dieses Monats war letzten Sonntag der 2. Kieler Krögercup (Bars on board). Glücklicherweise durften wir wieder mit Catrin und ihrer Crew vom Restaurant Lammers an den Start gehen. Revanche hieß das Motto! Wo wir im letzten Jahr doch bloß knapp 2. wurden wollten wir in diesem Jahr auf jeden Fall den Sieg. Trotz Aafke als extra Crew, 2 Topsegeln, einem Wassersegel und unserem Stagsegel konnten wir am Ende erst als viertes Schiff die Ziellinie überqueren. 4. von 9 Schiffen finden wir aber ziemlich prima. Wie wäre es außerdem mit einem Sieg in der Sonderkategorie: die nettesten Gäste : ) Nächstes Jahr holen wir den Pott!

Adieu,

Anna, Herman & die Crew

Freest, 02. August 2016

IM TIEFEN OSTEN

Time flies when you’re having fun. Wenig Zeit für News. Aber sind das nicht gute Nachrichten? Wir haben also viel zu tun… eigentlich wie immer wenn die Saison nach dem Hafengeburtstag im Mai so richtig los geht. Einmal zwinkern und schwupps ist schon die Kieler Woche. Erst dann können wir wieder etwas durchatmen. Aber alle Events sind bisher super gelaufen.

Nach der Kieler Woche hatten wir Wechselwoche : ) Unsere neue Matrosin Julia ist zwar schon halbwegs der Kieler Woche an Bord gekommen aber wir haben erst in der Woche danach angefangen sie ein zu arbeiten. Rinny hat in der Woche also immer mehr Arbeit abgegeben, damit Julia langsam das Kommando an Deck übernehmen konnte. Julia ist zwar komplett neu, macht den Job aber echt super. Sie lernt schnell, ist geduldig und fröhlich und wir haben viel Spaß zusammen. Das könnte mal ne richtig Gute werden!

In ihrer ersten Woche alleine auf dem Vordeck sind wir von Kiel nach Stralsund gesegelt. Naja gesegelt… es wurden erstmal 2 Tage mit 1.500 Umdrehungen weil einfach zu wenig Wind war und dann lagen wir einen Tag mit Sturm auf Hiddensee fest. Es gibt Schlimmeres. Trotzdem schade.

Mittlerweile sind wir also wieder in Stralsund gelandet und haben die erste Runde um Rügen schon wieder hinter uns. Das war lustig! Mit West 5 haben wir uns auf die Ostsee raus geschaukelt und sind dann am nächsten Tag an den Kreidefelsen vorbei gesegelt. Nicht alle Schüler an Bord fanden die Wellen schön aber das gehört halt dazu. So hatten wir auch wieder was zu lachen.

Mitte Juli waren wir auf dem Fischerfest Greifswald. Für uns von den Besucherzahlen her eine Mini-Sail aber dafür mit netten Gästen und einem super Feuerwerk. Die Woche danach wurde uns von 16 netten, hessischen Lehrern und strahlendem Sonnenschein versüßt. Immer wieder schön, wie abwechslungsreich unser Job doch ist.

Sonnige Grüße aus dem Greifswalder Bodden

Anna, Herman & die Crew

Delfzijl, 25. November 2016

WO IST DIE ZEIT NUR HIN?

Noch bevor man es selber realisieren kann ist die Saison die man immer so genießt schon wieder vorbei und bist nicht nur Du, sondern auch dein Schiff wieder ein Jahr älter - sie 108 und ich erst 53. Dass wir zusammen auch in diesem Jahr wieder eine Menge neuer Orte entdeckt haben wird wohl niemanden verwundern. Einige dieser und anderer Höhepunkte möchte ich gerne mit Euch teilen.

Die größte Überraschung des Jahres… und vielleicht der letzten 10 Jahre erlebten wir Anfang August. An einem windstillen Morgen südlich von Rügen springt uns doch auf einmal DER Buckelwal vor die Nase. Naja die Entfernung war schon noch ziemlich groß aber wir wollten den ungewöhnlichen Boddengast ja auch nicht stören oder gar vertreiben. Was für ein unglaubliches Erlebnis auch für unsere zum Teil noch sehr jungen Gäste. Er ist einfach immer wieder und wieder gesprungen und wir haben uns viel Mühe gegeben den Riesen vor die Linse zu kriegen, was gar nicht so leicht war.

Viel Spaß hatten wir dies Jahr auch während unseres Eltern-Kind-Wochenendes bei dem Familien aber auch einzelne Elternteile mit Kind an Bord waren. Am Samstag starteten wir mit wenig Wind und etwas Motorhilfe durch die schmalen Fahrrinnen nach Hiddensee. Selbstverständlich haben unsere kleinen Gäste alle Segel (fast) ohne Hilfe der Eltern gesetzt. Auf der Insel angekommen war dann noch genug Zeit für einen schönen Strandspaziergang und die ganz sportlichen sind sogar noch hoch zum Leuchtturm Dornbusch. Von dort kann man bei guter Sicht sogar die Kreidefelsen von Dänemark sehen. Sonntag hatten wir dann endlich Segelwind, war noch Zeit für eine Badepause und am Ende sind alle glücklich und zufrieden von Bord gegangen.

Ein weiteres Highlight war Anfang Oktober unsere erste Vogelreise mit niederländischen Gästen. Ende der Saison gibt es im Boddengebiet immer jede Menge Zugvögel, Seeadler, Kraniche und oft viel Wind. Allerdings hatten wir für diese Woche nicht soooo viel Wind bestellt und sicher nicht aus Nordost, aber es kam wie es kam.

Aufgrund der schlechten Wetterprognosen mussten wir unsere Wochenplanung gleich am ersten Tag anpassen. Eigentlich wollten wir endlich mal die Greifswalder Oie besuchen und dort sogar Vögel ringen, aber das schien zu riskant. Also auf in die Peene Richtung Achterwasser. Im Nachhinein war das vom Wetter her eigentlich sogar der schönste Tag und nicht nur die Gäste fragten sich warum wir nicht einfach zur Oie gesegelt sind. Trotz der 74 (!) Seeadler die wir an dem Tag gesehen haben blieb etwas Enttäuschung in der Luft hängen. Doch am nächsten Tag wurde unser Plan mit Windstärke 8 und einer Warnung 10 bestätigt. Den Tag darauf sah es nicht anders aus und so blieben wir tagelang wo wir waren.

Hinter dem kleinen Hafen von Kamp in dem wir festgemacht hatten liegt zur Freude vieler Hobby Ornithologen jedoch ein riesiges Naturgebiet. Unter professioneller Begleitung konnten unsere Gäste dort in der Morgendämmerung tausende Kraniche über sich hinweg fliegen sehen… unvergessliche Eindrücke.

Die Ausmaße des Sturms bekamen wir dann Ende der Woche noch zu spüren. Weder in Wolgast noch in Freest konnten wir im Hafen anlegen, da das Wasser überall hoch auf der Kade stand. Bei noch immer viel Wind aus Nordost hatte sich eine richtige Sturmflut ergeben die noch nicht an Rückzug dachte. Zum Glück ist die Kade im Hafen von Peenemünde erst vor kurzem mit Hilfe von EU Geldern erhöht worden und somit stand unser Ziel fest. Danke Brüssel! Im Hafen entdeckten wir dann auch das Rettungsboot, dass eigentlich auf der Greifswalder Oie stationiert ist. Die Jungs konnten nach einem Einsatz aufgrund des Sturms leider nicht mehr in ihren Heimathafen zurückkehren und warteten hier auf bessere Zeiten. Nun wurde auch dem letzten Gast klar, dass der Kapitän zu Beginn der Woche die richtige Entscheidung getroffen hatte.

Der vorletzte Törn des Jahres ging von Greifswald nach Kiel und auch hier spielte der Wind am Anfang nicht so richtig mit. Also ging es erstmal nicht nach Dänemark, sondern ganz in Ruhe nach Hiddensee. Am nächsten Morgen schienen die Prognosen gut und setzten wir bei schönstem Wetter die Segel und nahmen Kurs auf die dänische Küste. Doch einmal draußen auf See, nahm der Wind wieder zu, bauten die Wellen sich auf und fütterte die Hälfte der Besatzung die Fische und ging danach in die Koje. Die andere Hälfte erlebte den Ritt ihres Lebens mit Geschwindigkeiten von über 10 Knoten und Wellen bis zu 4 Metern : )

Nach einer schnellen Überfahrt wurden in Stubbekobing dann alle fürs Durchhalten mit Hermans selbstgemachtem Glühwein belohnt. Auch am nächsten Tag ging es flott weiter. In nur 7 Stunden legten wir 52 Meilen ab und landeten in Lohals auf Langeland. Ein super Segeltag und ein idyllischer Hafen als neue Entdeckung!

Weitere Neuigkeiten: Wie einige von Euch dies Jahr vielleicht schon gemerkt haben war Eurer Kapitän diese Saison nicht immer bester Laune und hat sich viel zurück gezogen. In solchen Momenten merkt man dass es an Bord manchmal verdammt schwierig ist auch ein Privatleben zu haben und dass es dafür nur wenig Zeit und Platz gibt - auch wenn man es grad dringend braucht. Anna und ich haben während der Saison beschlossen in Zukunft getrennte Wege zu gehen. Nach 13 Jahren kam für uns - vielleicht nicht ganz unerwartet - der Moment an dem wir uns entschieden haben, dass es so leider nicht mehr weiter geht.

Die meisten von Euch erfahren das jetzt wahrscheinlich erstmal als einen ziemlichen Schock während einige vielleicht auch schon etwas damit gerechnet haben. Mittlerweile wohnt Anna mit Floortje und Flip schon wieder einige Monate an Land und ich auf meiner Jan Huygen in den Niederlanden. Keine einfache Situation – für uns beide nicht - aber leider nicht mehr zu ändern. Zeit für eine neue Seite in unserem Logbuch des Lebens.

Für Euch als Gäste ändert sich erstmal nur, dass Anna mit Kind und Hund nicht mehr an Bord sein wird. Vom Büro aus regelt sie aber weiterhin alles rund um Eure Buchungen. Der Kontakt wird also nicht gleich abbrechen.

Ich selber werde natürlich weiterhin einfach machen wo ich denke ich gut drin bin, chartern wie man das bei uns nennt: ein professionelles, kommerzielles Segelschiff fahren, mit Menschen umgehen und die See und ihre Umgebung immer wieder neu entdecken. Ich hoffe auf einen Winter der wieder etwas Stabilität und Ruhe bringt und auf viele tolle Gäste in der nächsten Saison. Vielen Dank an alle die mitgesegelt sind!

Euer Fels in der Brandung,

Herman van Linschoten